Demenz-Experten: „Demenz ist nicht allein über Ärzte und Angehörige zu bewältigen"

Menschen mit einer Demenz haben Probleme sich zu orientieren. Für Angehörige, Bekannte und Pflegende ist das eine große Herausforderung. Foto: Malteser.

Auf dem 3. Malteser Demenz-Kongress in Düsseldorf beraten in- und ausländische Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zwei Tage über diese beiden großen Themen. Eines ist dabei deutlich: „Demenz ist nicht allein über Ärzte und Angehörige zu bewältigen“, sagt Dr. Ursula Sottong, die Organisatorin des Kongresses. „Die alternde Gesellschaft muss sich mehr und mehr auf Menschen mit Demenz einstellen. Busfahrer, Verkäuferin, Bankkauffrau oder Nachbar: Alle benötigen wir ein Verständnis davon, wie wir mit demenziell erkrankten Menschen im Alltag umgehen.“

Symptome der Demenz sind nachlassende kognitive Fähigkeiten, wie zum Beispiel mangelnde Orientierung in Zeit und Raum.  In Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen setzen sich langsam besondere Abläufe für Menschen mit Demenz durch. Kliniken lernen, sich an die oftmals verlangsamten, leicht irritierbaren Erkrankten anzupassen, weil eine Behandlung sonst viel länger dauert oder gar nicht möglich ist. In Pflegeeinrichtungen werden Räume so gestaltet, dass die Demenzerkrankten mit ihrem verminderten Orientierungsvermögen es einfacher haben, sich zurechtzufinden. Und auch Angehörige verstehen mehr und mehr, dass sie sich frühzeitig Hilfe holen müssen, weil die Belastung durch einen Demenzerkrankten oft die Grenzen des Machbaren für Körper und Psyche überschreiten - und der Gesunde „leer“ und krank wird. Mit 2.500 qualifizierten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern bieten allein die Malteser an 200 Standorten Hilfe mit ambulanten Diensten oder stationären Tagesangeboten.

Den Blick richten Experten aus Schweden, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland auch in die Zukunft. Die Ärztin Ursula Sottong sagt: „Da eine Demenz jeden Menschen treffen kann, sollten sich auch die Gesunden heute schon Gedanken machen: Wie will ich später leben? Welche Wohnform passt zu mir? Hilft ein Roboter bei der Pflege? Wie erhalte ich mir und meiner Familie gute Bedingungen, um auch mit einer Demenz in Würde zu leben.“ Ganz wichtig ist dabei: „Das Thema nicht verdrängen, sondern mit dem Partner, den Kindern und Freunden sprechen, solange die geistigen Fähigkeiten ausreichend groß sind. Denn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Demenz können wir durch medizinische und soziale Hilfe verzögern, aber bisher leider nicht aufhalten.“

Der Malteser Demenz-Kongress ist Teil des Programms zur 10-jährigen Zusammenarbeit zwischen der international führenden Stiftung Silviahemmet in Schweden und den Maltesern in Deutschland. Der Kongress dauert zwei Tage.

Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit • 80.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt • an 700 Orten • 1 Mio. Förderer und Mitglieder

Weitere Informationen:
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Tel. 0221 / 9822-2202; 0151 / 14 73 95 70
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